Die schönsten Orgeln - Die Königin der Instrumente in Bildern und Tönen

Die schönsten Orgeln – Die Königin der Instrumente in Bildern und Tönen
St. Benno Verlag, Leipzig, 2021 /ISBN 978-3-7462-5854-6
Leineneinband mit Schutzumschlag und Goldprägung, 3 CDs
223 Seiten, 59,95 EUR
 

Viele Orgelfreunde erwarten seit 2007 alljährlich mit Spannung das Erscheinen des „Orgelkalenders“, den der St. Benno Verlag in Leipzig herausgibt. Bis heute haben sich dort 168 Orgelportraits angesammelt, die neben hochwertigen Fotografien auch Dispositionen und Kurzportraits der Instrumente aus der Feder ihrer OrganistInnen inklusive einer kurzen Aufnahme auf CD bieten. Eine Auswahl von 50 Instrumenten haben die „Orgelmacher“ im kirchlichen Verlagshaus um Dr. Stefanie Heckl nun zu einem im wahrsten Sinne des Wortes Schwergewicht im Atlasformat zusammengestellt, wobei grundsätzliche Gestaltung und Inhalte der jeweiligen Kalenderblätter übernommen wurden. Mit vier Seiten pro Orgel durchschreitet der Leser die wichtigsten Stationen der Orgelgeschichte zunächst von Renaissance und Frühbarock hin zur Blüte zahlreicher Barockorgeln des 17. Jahrhunderts. Nach einem Abstecher in die Romantik kommen bemerkenswert viele moderne Orgeln des 20. und 21. Jahrhunderts „zu Wort“, wobei der Schwerpunkt auf diejenigen Instrumente gelegt wird, die sich – für einen Bildband verständlich – hinter einer beeindruckenden historischen oder historisierenden Fassade befinden. Orgelkundige mögen viel Bekanntes wiederfinden: Höhepunkte des norddeutschen Orgelbaus stehen neben Schmuckstücken aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Kleine Übersichtskarten erleichtern die geographische Orientierung. Anfängliche Zweifel ob der Notwendigkeit eines weiteren Bildbandes zur Orgel werden beim Durchblättern dieses opulenten auf Hochglanz gedruckten Kompendiums schnell ausgeräumt. Die fotografischen, gestalterischen und qualitativen Maßstäbe, die hier gesetzt werden, sind durchweg beeindruckend und dürften schwerlich zu übertreffen sein. Die Textbeiträge geben nicht in jedem Fall die aktuelle Situation wieder; einige Organisten haben die Stelle gewechselt oder sind in den Ruhestand gegangen. Gleichwohl ist sich die Redaktion sicher, mit den publizierten Beiträgen den jeweils kenntnisreichsten Sachstand über das jeweilige Instrument wiederzugeben und verspricht sich einen besonderen Reiz auch davon, wenn jüngere KollegInnen ggf. ihre Lehrerinnen und Lehrer unter den Mitwirkenden entdecken.

Erfreulich: Zwei Instrumente aus dem Erzbistum Paderborn haben es in diese prominente Auswahl geschafft: die Barockorgeln in Borgentreich und Marienmünster.

Jörg Kraemer