„Chorbuch a tre“

„Chorbuch a tre“ (SAM)
Herausgegeben von Richard Mailänder, Reiner Schuhenn, Walter Sengstschmid, Winfried Bönig: Carus Verlag 2.120/05,
Chorband 17,95 €,
Chorleiterband 34,95 €.

Das schon seit etlichen Jahren auf dem Markt und in vielen Schränken sowie im Vollzug befindliche Chorbuch a tre war seinerzeit die Initialzündung seiner Art. Es enthält systematisch nach Kirchenjahr und Anlässen sortiert Altes, Liebgewonnenes neben neu verfassten dreistimmigen Sätzen zu unverbrauchbaren Melodien des deutschsprachigen Kirchenliedraumes. Auch eine kleine Finte erwartet den stoisch studierenden Chorleiter. Wie in alten Lexika gibt es einen Eintrag, der keiner ist… Neben vorgenannter Systematik zeichnet dieses Chorbuch vor allem der Bereich „Ordinarium“ aus, worin allerlei durchweg klangschöne und leicht zu erlernende Werke auf eine Aufführung warten. Es zeigt, dass Dreistimmigkeit keinesfalls minderwertig sein muss, sondern - wie in der Renaissance - zur Königsdisziplin gehört. In diesem Sinne ist das Chorbuch ein guter Berater für denjenigen Kirchenchor, der früher exzellent vierstimmig sang und nun durch die Unwägbarkeiten des Lebens zur Dreistimmigkeit verdammt scheint, aber noch über genügend Esprit verfügt, sich auch „alte Kamellen“ neu anzueignen. Summa summarum Platz 2.

Simon Daubhäußer