Paderborner Orgelspaziergang

Zum dritten Mal in Folge haben die hauptamtlichen Kirchenmusiker Paderborns, Tobias Aehlig (Domorganist) und Sebastian Freitag (Dekanatsmusiker) am Sonntag, dem 12. Mai 2019 zum Orgelspaziergang durch die Paderborner Innenstadt eingeladen.

In den beiden Vorjahren wirkte ferner Martin Hoffmann, Kantor der evangelischen Abdinghofkirche bei diesem Event mit. Da er Anfang des Jahres sehr unerwartet verstarb, blieb dieser dritte Platz dieses Jahr leider unbesetzt.

Tobias Aehlig eröffnete vor mehr als 200 Teilnehmern sein Konzert im Hohen Dom zu Paderborn mit Werken von Duruflé (Veni Creator), Gardonyi (Mozart Changes) und Vierne (Finale aus 6. Symphonie). In seiner kurzen Werkeinleitung wies er vor allem auf die Besonderheit des Werkes „Harmonies“ von G. Ligeti hin. Dank der Windregler am neuen Generalspieltisch kann die Windzufuhr stufenweise gedrosselt werden. Durch diese Winddrosselung kommen ganz neue, sphärische Klänge von der Orgel. Tobias Aehlig erläuterte im Vorfeld, man müsse sich gänzlich von Melodien und Harmonien lösen. Dieses Klangerlebnis war wirklich einmalig.

Das zweite Konzert des Orgelspaziergangs fand in der Busdorfkirche statt. An der Stockmann-Orgel spielte Sebastian Freitag Werke von Buxtehude (Präludium C-Dur), Gade (3 Tonstücke) und Bédard (Huit Invocations) und stellte somit die Klangpalette dieser Orgel umfassend vor.

Dritte und letzte Anlaufstelle war die Mutterhauskirche der Schwestern der Christlichen Liebe. Einige Ordensschwestern waren bereits beim Spaziergang mit dabei, die Mitschwestern erwarteten die 200 Teilnehmer schon im Mutterhaus. Bevor das letzte Konzert gespielt wurde gab es reichhaltig Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Für viele war dieses Kloster gänzlich unbekannt. So kam es zu munteren Gesprächen zwischen Ordensschwestern und allen Teilnehmern. Die Oberin des Konvents, Schwester Christhild, erzählte dem Publikum auf ihre heitere Art noch über Kloster und ihre Verbindung zu den beiden Organisten Aehlig und Freitag. Diese spielten das Abschlusskonzert in der Mutterhauskapelle nun vierhändig. Werke von Filitz, Mozart und Bedard standen auf dem Notenpult. Die kleine Orgel in der Kapelle hatte alles zu geben, doch am Ende waren alle, Ordenschwestern (die auf der nun vollbesetzten Orgelbühne saßen) und das Publikum in der Kirche begeistert und dankten mit einem langen Applaus.

Sebastian Freitag