Ein Ständchen der besonderen Art

Orgel in St. Joseph Weidenau feiert 25. Geburtstag nach der Renovierung

Passend zum Dreifaltigkeitssonntag fand abends in der St.- Joseph-Kirche ein abwechslungsreiches Konzert zu Ehren der Orgel in St. Joseph statt, die ihren 25. Geburtstag feierte. Dazu spielten Organisten auf, die allesamt an der dortigen Orgel ausgebildet wurden.

Zunächst begrüßte Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange das Publikum und stellte den Geburtstagsdreiklang vor, den St. Joseph in diesem Jahr feiern kann: 125 Jahre Kirchweih, 50 Jahre Kammerchor - und eben 25 Jahre Orgel. Fünf Organisten stellten ein breitgefächertes Programm auf die Beine.

Jürgen Poggel (Kirchhundem) eröffnete das Konzert mit Louis Marchands (1669-1732) festlichem „Grand Dialogue", der in all seiner französischen Pracht sämtliche Register der Orgel erklingen ließ. Getragen dagegen kam das folgende „Bin ich gleich von dir gewichen" von Alexandre Boëly daher; ernst und erhaben die Fantasia c-Moll (BWV 562) von Bach. Organistin Bianca Behle (Kirchhundem/Siegen) fuhr mit dem Praeludium C-Dur (BuxWV 137) von Dietrich Buxtehude fort. Auch sie wählte mit dem „Intermezzo" aus der Orgelsonate Nr. 4 von Rheinberger ein ruhigeres Stück, bevor mit dem „BoIéro de Concert" op. 166 des Franzosen Louis Lefebure-Wely ein lateinamerikanisches Timbre in die Kirche Einzug hielt. Für farbenfrohe Töne sorgte auch Liszts Choralbearbeitung „Hosannah" für Bassposaune und Orgel. Thomas Maiworm, u. a. Organist im „Siegerländer Dom" in Niederfischbach, begleitete Joachim Becker an der Posaune, bevor er mit Felix Mendelssohn Bartholdys Orgelsonate in c-Moll noch einen fulminanten Akzent setzte. Zwischen den einzelnen Darbietungen trug Christina Schmitt Gesangsstücke von Johann Sebastian Bach, Josef Rheinberger und Jehan Alain vor; begleitet wurde ihre sanfte Altstimme dabei von Helga Maria Lange an Geburtstagsorgel. Den Schluss-punkt setzte Gabriel Isenberg (Damme) mit dem „Crown Imperial Coronation March" von William Walton, einem feierlichen Marsch, der zur Krönung von Edward VIII. komponiert wurde. Die „Variationen über ein Thema von Händel' aus der Feder von Hans Boelee (1927-2002) bildeten den Schluss und loteten noch einmal alle Register der Orgel aus, mal schwungvoll, mal zart, im Finale pompös.

Von den Zuhörern gab es herzlichen Applaus, und auch Pfarrer Karl-Hans Köhle bedankte sich bei Helga Maria Lange und ihrem Vorgänger Franz-Josef Breuer für die „erfolgreiche und ertragreiche Ausbildung so vieler junger Menschen an der ,Königin der Instrumente' über so viele Jahrzehnte hinweg, zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen. Mit all ihren Klangfarben und Tönen möge die Orgel immer auch an die Unbegrenztheit und Herrlichkeit Gottes erinnern."